Bild: Silhouetten verschiedener E-Bike-Modelle
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Mehr Schwung für die Pedale

E-Bike vs. Pedelec: Fahrräder mit elektrischen Hilfsmotoren liegen voll im Trend.

Ob für den Arbeitsweg oder den Freizeitausflug: Immer mehr Radfahrer schätzen den Energieschub von Elektrofahrrädern, der bei Radtouren für Rückenwind sorgt.

Aktuell boomt die Nachfrage nach E-Bikes in Deutschland: Der Zweirad-Industrieverband (ZIV) verzeichnete in den vergangenen Jahren Verkaufszuwächse in zweistelligen Bereich, im Jahr 2018 wurden allein in Deutschland fast eine Million Elektrofahrräder verkauft. Der ZIV schätzt, dass rund 4,5 Millionen Fahrräder mit elektroantrieb auf deutschen Straßen unterwegs sind. Obwohl die Fahrräder mit Hilfsmotor mittlerweile auf deutschen Straßen und Radwegen überall zum Überholmanöver ansetzen, gibt es bei der Bezeichnung der unterschiedlichen Klassen immer noch Verwirrung. Aber E-Bike ist nicht gleich E-Bike und meistens sogar ein Pedelec.

Pedelecs sind der Verkaufsschlager

Wer über E-Bikes redet, meint meist Pedelecs (Pedal Electric Cycle) oder „E-Bikes 25“: Fahrräder, bei denen der Radler selbst in die Pedale treten muss und dabei von einem Hilfsmotor unterstützt wird. Bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h schaltet sich bei diesen Modellen der Zusatzantrieb ab. Wer schneller unterwegs sein will, muss die Muskeln spielen lassen.
Die elektrische Unterstützung schenkt selbst ungeübten Radfahrern das Leistungsvermögen eines Profi-Radsportlers. Die Stärke der Antrittshilfe kann in mehreren Stufen eingestellt werden und ist von der Pedalkraft und der Trittfrequenz des Fahrers abhängig. Dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC zufolge sind mittlerweile über 90 Prozent aller in Deutschland verkauften Elektrofahrräder Pedelecs.

Diese Beliebtheit hat mehrere Gründe:

  • rechtlich ist das Pedelec dem Fahrrad gleichgestellt,
  • man benötigt kein Versicherungskennzeichen,
  • es ist keine gesonderte Zulassung nötig,
  • man braucht keinen Führerschein,
  • es gibt keine Helmpflicht und
  • keine Altersbeschränkung.

S-Pedelec mit Turbo

Einen Tritt schneller geht es mit dem sogenannten S-Pedelec - kurz für „Schnelles Pedelec“ oder „E-Bike 45“. Auch hier unterstützt der Motor beim Treten, allerdings wird erst bei 45 km/h abgeschaltet. Der Nachteil: Die schnellen Pedelecs werden zu den Kleinkrafträdern gezählt.

  • S-Pedelecs benötigen eine Betriebserlaubnis,
  • notwendig ist wie bei einem Mofa ein Versicherungskennzeichen,
  • die Fahrer müssen mindestens 16 Jahre alt sein,
  • ein Führerschein der Klasse AM ist gefordert und
  • es besteht Helmpflicht (kein Fahrradhelm).

Bislang ist man auf einem S-Pedelec in einer Nische unterwegs – der Marktanteil liegt laut ZIV in Deutschland bei 0,5 Prozent.

Reine E-Bikes sind Ladenhüter

Wer aufs Treten ganz verzichten will, ist mit einem E-Bike im klassischen Sinn gut beraten. In dieser Klasse übernimmt wie bei einem Motorrad meist ein Drehgriff die Beschleunigung. Solange eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h nicht überschritten wird, gelten solche Fahrzeuge als Kleinkraftrad. Das bedeutet: 

  • Pflicht zu Versicherungskennzeichen,
  • Betriebserlaubnis und
  • mindestens der Besitz eines Mofaführerscheins (AM-Klasse).

Solche Modelle spielen dem ADFC zufolge aber kaum eine Rolle am Markt.

Bild: Eine Grafik zur Umfrage, ob das E-Bike eine Alternative zum Auto ist
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Bild: Eine Grafik zur Umfrage, was der Grund für den E-Bike-Kauf war
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3,4 Studie von fahrrad.de mit 1.000 Befragten

Bild: Eine Grafik zur Verbreitung der E-Bike-Typen und Akkureichweiten
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Fazit: Es gibt also erhebliche Unterschiede zwischen einem Pedelec und einem E-Bike. Im Alltag redet aber inzwischen fast jeder von einem E-Bike, obwohl er übers Pedelec spricht.

Dem Zweiradverband zufolge gibt es bei den Kunden klare Vorlieben: Am beliebtesten waren 2018 demnach mit einem Marktanteil von 37 Prozent E-Trekking-Fahrräder. Auf Platz zwei landeten E-City-Modelle (33 Prozent). Für E-Mountainbikes entschieden sich rund 25 Prozent der Kunden und E-Lastenräder machten etwa 4 Prozent aus. (siehe Grafik)

Beim Kauf beachten: Die Lage des Motors

Die technischen Grundlagen haben alle Klassen gemein: Elektrofahrräder bestehen aus einem Elektromotor, einem Akku und einem Display als Steuerzentrale. Der Motor kann je nach Modell am Vorderrad, in der Mitte oder am Hinterrad angebracht sein. Wegen des guten Schwerpunkts und des besseren Fahrgefühls sind Mittelmotoren inzwischen sehr beliebt. Ein Nachteil ist der teils höhere Preis. Billige Räder setzen meist auf Motoren am Vorderrad, die das Lenkverhalten jedoch stark beeinflussen können. Heckmotoren können Energie zurückgewinnen, gelten unter anderem als geräuschärmer und belasten die Kette nicht so stark. Nachteile: Der Ausbau des Hinterrads ist schwerer und das Vorderrad kann wegen des Schwerpunkts am Heck leichter ausbrechen.

Ein guter Akku zahlt sich aus

Das wohl wichtigste Bauteil an einem Pedelec ist der Akku. Bei vielen Pedelecs ist er unter dem Gepäckträger angebracht und entscheidet über Reichweite und Ladedauer. Moderne Lithium-Ionen-Akkus, die in der Regel verbaut werden, bringen bei 500 bis 1.000 Ladezyklen volle Power und haben eine durchschnittliche Lebensdauer von fünf Jahren – das entspricht einer Fahrleistung zwischen 25.000 und 100.000 Kilometern. Danach verringert sich die Ladeleistung um ca. 50 Prozent.

Wichtig ist dabei die richtige Pflege:

  • Generell sollten Akkus möglichst selten komplett entladen und deshalb nach jeder Fahrt aufgeladen werden. Allerdings beansprucht auch die maximale Ladung im oberen Grenzbereich die Lebensdauer des Akkus.
  • zu große Hitze oder Kälte schaden der Batterie,
  • falls das Rad längere Zeit steht, sollte der Akku ausgebaut werden.

Beim Kauf sollten zudem die Ladezeiten beachtet werden – sie variieren zwischen zwei und fünf Stunden.

Die Reichweite des Akkus hängt entscheidend vom Gewicht des Fahrers, der Fahrweise, der Bodenbeschaffenheit und dem Streckenprofil ab. Wichtig ist auch, wie viel zusätzliche Schubkraft der Fahrer benötigt. Im Internet gibt es Reichweiten-Rechner verschiedener Hersteller, die beim Abschätzen helfen. Wer ein paar einfache Tricks beherzigt, kann die Reichweite zusätzlich erhöhen:

  • bei abschüssigen Strecken oder Rückenwind eine geringere Unterstützung wählen,
  • einige Modelle nutzen serienmäßig die Rekuperation, mit der bergab Energie zurückgewonnen wird,
  • beim Fahren in niedrigen Gängen ist der Stromverbrauch geringer,
  • Wartung ist wichtig: Wem Luft auf dem Reifen oder Öl auf der Kette fehlt, erhöht den Widerstand und verringert die Reichweite.

Ein guter Plan

Eine Tour mit dem Elektrorad sollte zudem gut geplant sein: Die Länge der Tagesetappen und die zu erwartenden Höhenmeter sollte man ebenso berücksichtigen wie verfügbare Ladestationen. Karten mit Ladestationen gibt es im Internet oder als App für unterwegs. Trotz der mehr als 7.400 öffentlichen Ladestationen (Stand 2017, Quelle: Bosch), lohnt es sich unter Umständen, für längere Strecken einen Ersatzakku einzupacken. Denn so schön das Fahren mit Trethilfe ist: Bei einem Gewicht zwischen 20 und 30 Kilogramm machen Elektroräder ohne die elektrische Unterstützung keinen Spaß. Vor dem Kauf sollte ein Elektrorad also nicht nur Probe gefahren, sondern ruhig auch Probe getragen werden – denn zumindest beim Parken im Fahrradkeller ist auch bei Elektrorädern Muskelkraft gefragt.

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